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DAS VENTIL

Text Nackenbart

Date 31 July 2026

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DAS VENTIL

Ich möchte ausflippen, ausschreiben, meinen Hirninhalt in schwarze Fliegenschisse transformieren, die geregelt ins Weiße fließen oder fliegen, meine innere Haltung zum Ausdruck bringen, explodieren, oder eher zischeln, immer das Ventil im Blick, und eine Dampffahne in die Luft meißeln, die für immer bleibt, daher muss ich weitergehen und diese marmorne Skulptur in die Atmosphäre bringen. Würde ich in einem Raum bleiben, könnte ich bald nichts mehr sehen, nicht mehr atmen, würde zerquetscht von all den Buchstaben. Ich brauche 3-D-Lettern in der Realität, skulpturale Wörter, die den Raum einnehmen, nicht nur diese endlosen, im weißen Raum des für Schrift quasi unendlichen Harddrives, schwarzen geometrischen Formen.

An der Schrift arbeiten, am Text, an einer Geschichte, ist schwer, dauert, ermüdet und ermattet. Rauszulassen, das Ventil zu öffnen erfrischt, ermattet anders, befriedigt, gibt, erleichtert und erlöst. Das Ventil. Eine Trope, ein Bild, eine Metapher. Wollte ich nicht die Metaphern der Realität (v)erfassen? Ja. Aber habe ich es getan? Nein, weil ich das Ventil verschlossen habe, zu dem Kessel, in dem mein größtes Versäumen gor, garte, gebahr, geborte, gelegen hatte. Mein erster Roman! Mein Leben, meine Altschuld, meine Bringschuld. Das Ventil. Ich öffnete es nicht. Ich ließ es nicht raus. Es musste erst durch 5 andere Mägen hindurch. Und stellt sich doch als unverdaut dar. Und nun ist nie die Zeit. Aber es ist doch die Zeit! Die Äcker sind bestellt. Es ist ein Urwald geworden.